Organische Chemie als "lebendige" Schlüsselwissenschaft

Organische Stoffe sind oft durch ihren Geruch und ihren Geschmack wahrnehmbar: So beruht der Geschmack von Vanilleeis ebenso auf organischen Stoffen wie der einer frischen Ananas, einer frischen Tasse Kaffee oder gemähtem Rasen. Daher bezeichnet man den Geschmack- und Geruchssinn auch als die "chemischen Sinne". Wie entstehen diese Inhaltsstoffe in den Pflanzen? Wie ist ihre chemische Struktur? Warum riechen oder schmecken diese Verbindungen? Was passiert, wenn man diese Verbindungen chemisch modifiziert?

Viele (aber längst nicht alle) dieser Fragen können wir heute beantworten. Wir kennen die chemischen Strukturen vieler Aromaträger und Inhaltsstoffe, und können einige Verbindungen im Labor "nachbauen". Am Anfang einer solchen Forschungsreihe steht natürlich die Isolierung aus natürlichem Material. Im Rahmen des Schülerpraktikums wollen wir der Natur einige ihrer Geheimnisse entlocken.

  • Destillation von Alkohol aus Rotwein (Weinbrand)
    (fraktionierte Destillation, 13C-NMR-Spektroskopie in D2O, chromatographische Isolierung von Cyanidin-Farbstoffen aus dem Destillationsrückstand, Oxidation des Alkohols und Nachweisreaktionen auf Aldehyde) 

Isolierung von Koffein aus Tee
(Extraktion mit Wasser, Sublimation, Messung von IR-, MS- und NMR-Spektren)   

 

 

Invertzucker aus Honig
(Fructose, Glucose, Saccharose und Fehling´sche Lösung, Mutarotation, NMR-Spektroskopie)  

Capsanthin aus Paprika
(Mazeration, Verseifung, Extraktion mit Ether, Säulenchromatographie)

 

(S)-(+)-Carvon aus Kümmelfrüchten
(Wasserdampfdestillation, Säulenchromatographie) 

Hespiridin aus Orangenschalen
(Extraktion mit Dichlormethan, Umkristallisation)     

 

 

 

 

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